Workshop Stufe I
23. - 25. Oktober 2009
Berlin
Grundsatz der Paneurhythmie
Das Wort Paneurhythmie setzt sich aus drei Stammwörtern zusammen: der Vorsilbe „pan“ (ganz, all, allumfassend, kosmisch), der zweiten Vorsilbe „eu“ aus dem Griechischen (gut, wohl). Eu“ ist das, aus dem alles entspringt, es bedeutet den Kern, das Wesentliche, das Reale in der Welt. Und Rhythmus bedeutet Gleichmaß der Bewegung oder jedes äußeren Ausdrucks der Dinge. Die Vorsilbe „pan-“ weist auf einen Rhythmus hin, der in der ganzen Natur herrscht und die Grundlage des Daseins bestimmt. Daher können wir das Wort „Paneurhythmie“ seiner Herkunft nach auch als „der allumfassende wohltuende Rhythmus“ wiedergeben.
Paneurhythmie bedeutet auch „allgemeiner kosmischer Rhythmus“. Die Paneurhythmie basiert auf den Gesetzen der Übereinstimmung zwischen Idee, Wort, Musik und Bewegung.
Paneurhythmie gibt es in der ganzen Natur. Die Erde umkreist die Sonne mit einer Geschwindigkeit von 29 Kilometer pro Sekunde. Das Sonnensystem als ein Ganzes bewegt sich in die Richtung einiger Gestirne. Die Erde und die anderen Planeten, die Sonne und alle übrigen Himmelskörper folgen den Gesetzen der Paneurhythmie. Die Erde hat über zehn verschiedene Bewegungsarten. Wenn wir sie uns als eine einzige Bewegung vorstellen, dann ergibt sich eine bewundernswerte Bewegung. Diese prägt das Erdenleben: In den Formen und Prozessen, denen wir begegnen, z. B. in der spiralförmigen Bewegung des Stengels bei seinem Wachstum nach oben, der sog. Nutation, erkennen wir die Widerspiegelung der Spirale, die die Erde im Weltraum zeichnet. Es existiert im Sein Harmonie und Rhythmus, die zu einem Ganzen verbunden sind, das sich in der Paneurhythmie ausdrückt.
Die Bewegung der Himmelskörper erfolgt nach den Gesetzen der Sphärenharmonie – einer Musik, die den Weltraumausfüllt.
Die Lichtbewegung ist ebenfalls Paneurhythmie. Im Licht gibt es Bewegung, Rhythmus, Musik. Es ist von der Physik nachgewiesen worden, dass das Sonnenlicht pulsiert, d. h. darin ist ein Rhythmus enthalten, den auch das menschliche Herz besitzt. Wie das Herz periodisch Blut durch den ganzen Körper treibt, so wird das Licht periodisch in einer größeren oder kleineren Menge von der Sonne ausgestrahlt. Die Bewegung der ätherischen Lichtwellen ist Paneurhythmie.
In der Paneurhythmie werden alle Arten geometrischer Linien – gerade, krumme, wellenförmige und gemischte – in Bewegung versetzt. Es gibt kräftige, weiche und lichte Bewegungen. In den weichen Bewegungen sind die krummen Linien, in den kräftigen die geraden vorherrschend, die lichten Bewegungen vereinigen dagegen gerade und krumme Linien. Es gibt Bewegungen der Elektrizität und des Magnetismus; es gibt kalte und warme Bewegungen.
Es bestehen drei Bewegungsgrade – mechanische, organische und psychische. Bei den mechanischen Bewegungen wirkt die Vernunft von außen und nicht von innen. Organische Bewegungen sind diejenigen, an denen sich das Innenleben beteiligt, jedoch nicht als klarer, bewusst gewordener Gedanke. Die psychischen Bewegungen dafür sind mit einem bestimmten Gedanken verbunden.
Die Bewegungen der Paneurhythmie stellen die Phasen der geistigen Entwicklung des Menschen dar. Sie sind ruhig und nicht rauschhaft, sie sind einfach und nicht auf äußere Effekte gerichtet, die den Willen zur Konzentration vernichten. Peter Dunov beschreibt sie als Urbewegungen, die der Natur entnommen sind.
Die sieben Prinzipien
Der Paneurhythmie liegen die folgenden sieben Prinzipien zugrunde:
1. Das Prinzip der Vernunft. Es lautet: Alles ist Verstand und Vernunft. Alles in der Welt ist vernünftig. Es herrscht eine hohe Intelligence (Verstand) über alles.
2. Das Prinzip der Entsprechung. Es kann folgenderweise erklärt werden: Zwischen allen Dingen gibt es eine Ähnlichkeit, eine Entsprechung. Die hermetische Philosophie drückt das mit den Worten aus: „Was es oben gibt, gibt es auch unten.“
Es besteht eine Übereinstimmung zwischen Idee, Ton, Bewegung, Farbe, Zahl sowie zwischen den chemischen Elementen und den Farben.
3. Das Prinzip der Schwingungen oder Bewegungen. Dieses Prinzip lautet: Alles befindet sich in Bewegung, alles schwingt. Nichts ist in Ruhe. Die Ergebnisse der heutigen Wissenschaft bestätigen dies. Die Schwingungen der Materie, der Energie, des Verstandes und sogar des Geistes unterscheiden sich nach ihrer Geschwindigkeit. Diese steigt an in der Größenordnung Materie-Geist.
4. Das Prinzip der Polarität, der Dualität, der Zweiheit. Alles in der Natur ist doppelt, polarisiert. Die Dualität ist das grundlegende Gesetz des Alls. Es gibt z. B. ein männliches und ein weibliches Prinzip, einen positiven und negativen Strom. Pole haben auch die Erde, der menschliche Körper, die Pflanzen, das Ei, der Kristall, der Magnet u.a.m.
5. Das Prinzip des Rhythmus. Ein anderes Naturgesetz ist der Rhythmus, die Periodizität. Alles in der Natur ist rhythmisch, periodisch. Es herrscht z. B. Rhythmus in der Flut und Ebbe. Rhythmisch sind auch die Erdbewegungen. Die Erdachse vollzieht kleine Schwankungen, die innerhalb von etwa 26 000 Jahren einen ganzen Kreis um den Pol bilden. Es gibt auch eine rhythmische und periodische Wiederkehr der Kometen, einen Rhythmus im Menschenleben sowie in der Geschichte usw.
6. Das Prinzip der Ursache und Wirkung. Alles in der Welt hat seine Vernunftsgründe. Manchmal meinen wir, dass der Grund der Vernunft entbehrt, doch es steckt dahinter immer eine Vernünftigkeit.
7. Das Prinzip der Einheit und der Verwandtschaft. Alle Dinge in der Natur sind verwandt, denn ihnen liegt die Einheit zugrunde. Bei den nahen Dingen ist die Verwandtschaft klarer zu erkennen, bei den weiter entfernten muss man in der Tiefe suchen.
Paneurhythmie, die wir zum Wohle der Menschheit nutzen, einer guten physischen und psychischen Gesundheit des Menschen im Harmonie mit der Umwelt, ist ein System von Übungen zu. Es ist geeignet sowie für Erwachsene, als auch für Kinder. Spezifisch für dieses System sit, dass jede von seinen Übungen eigene Bewegungen, Musik und Text (Lied) hat. Ihre Ausführung verlangt hohe Konzentration der Aufmerksamkeit, weil der Spielende gleichzeitig emotional, geistlich und durch seinen Willen engagiert ist. Das Willenselement ist mit einer Bewegungskoordination und Raumorientierung verbunden, das Gedankenelement – mit dem Verfolgen des Textes, und das emotionale – mit der guten Laune, die die Musik schafft. Eine andere Besonderheit der Paneurhythmie ist, dass ihre Übungen werden im warmen Teil des Jahres im Freien, meistens im Park, ausgeführt, und auf dieser Weise hilft sie für die Wiederherstellung der natürlichen Verbindung zwischen dem Menschen und der Natur. Außerdem, als Gruppenpraxis trägt sie zum Schließen sozialer Kontakten bei und unterstützt das Verkehr in der Gruppe.
Die Paneurhythmie hat eine dreieinheitliche Struktur, die sich auf Wort, Musik und Bewegung stützt.
Analyse der Bewegungen
Die Paneurhythmie besteht aus drei Teilen. Das erste Teil besteht seinerseits aus 28 Übungen. Die Ausführer reihen sich kreisförmig ein, in Paaren, und die Musik oder die Musik sind oder ist im Zentrum positioniert. Der Kreis ist die optimale Form für dauernde Gehen in einem begrenzten Raum, außerdem entsteht auf dieser Weise eine Gleichberechtigung zwischen den Teilnehmern, und das erlaubt allen sich gemeinsam und offen zu äußern, wie auf einer Bühne. Die Bewegung ist in Richtung, entgegengesetzt des Uhrzeigers. Inmitten und außer den Paaren wird einen Abstand gehalten, genug dazu, jedem den nötigen für seinen Bewegungen Raum zu sichern.
Das zweite Teil der Paneurhythmie – „Sonnenstrahlen“ – wird im Rhytmus des bulgarischen Volkstanzes „Ratschenitza“ ausgeführt. Die Teilnehmer sind in 12 Strahlen, aus 6 Paaren bestehend, angetreten, und die anderen Teilnehmern bilden einen Kreis um sie in Paaren. Wenn man die Komposition von oben betrachtet, ähnelt sie einer „lebendigen“ Sonne. Von den Teilnehmern wird eine kompliziertere Raumorientierung verlangt.
Im dritten Teil der Paneurhythmie sind die Teilnehmer in fünf Paaren radial aneinander angetreten. Bei der radialen Bewegung der Paare werden räumliche Fünfecke gebildet. Die Paare verändern ihre Position und besetzen jede von den Ecken des Penthagrams, indem sie dabei durch seine Strahlen durchgehen.
In der Paneurhythmie bewegen sich die Beine mit dem so genannten „Paneurhythmieschritt“. Die ausgestreckten Finger erst betasten die Erde, das Gewicht das Körpers überträgt sich laufruhig auf den ganzen Fuß und so realisiert sich ein ruhiger Gang, ohne eine einzige Erschütterung für die Wirbelsäule.
Die Analyse der Bewegungen zeigt, dass wegen ihrer Einfachheit wegen ihres Mangels irgendeines Kraftelements sie leichtzugänglich für alle Alter sind. Das Beherrschen der Bewegungskoordination und die Erziehung der Körper sind nur ein Teil der Therapie. Die Aufgaben sind kompliziert durch Hineintragen von mehreren Bewegungen in eine und dieselbe musikalische Form und eine und dieselbe Phrase und durch ständige Veränderung in der Geschwindigkeit der Bewegungen der Hände. Das große Effekt wird erreicht durch ihre mehrfache Wiederholung in verschiedenen Kombinationen und Begleitung.
Der Meister wurde am 12 Juli 1864 im Dorf Nikolaevka, bei Varna geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Swischtov am 24. Juni 1886 fuhr er im August 1888 in die USA., um dort Theologie an der Universität in Boston zu studieren. Nebenbei besuchte er auch einen Kurs für Medizin. Im Jahre 1895 kehrte Peter Dânov nach Bulgarien zurück. Seine erste Abhandlung “Wissenschaft und Erziehung“erschien im Jahre 1896. Um das Jahr 1898 kam Beinsá Dunó mit Seinen ersten drei gleichdenkenden Schülern zusammen. Von 1901 bis 1912 besuchte er viele Dörfer und Städte in Bulgarien und widmete einige Jahre phrenologischen Studien, er hielt auch viele Vorträge. In dieser Periode, im August, wurden die Treffen der “Kette” organisiert, an denen geistesorientierte Menschen teilnahmen, die von ihm eingeladen wurden. Ab 1906 lebte er in Sofia und ab 1914 hielt er die Sonntagsvorträge vor der Gesellschaft in Sofia. Von 1922 bis 1944 wirkte seine okkulte Schule für Erwachsene, sowie eine spezielle okkulte Schule für junge Leute. 1928 wurde ein Hörsaal in der Ortschaft Izgrev, bei Sofia, aufgebaut. Dort zog er um. Im August 1929 wurde der erste Sommer-Aufenthalt im Hochgebirge von Rila organisiert. Seine Lehre verbreitete Beinsá Dunó bis zum 27. Dezember 1944, dem Tag, an dem Er Seinen irdischen Körper verließ.
Den eigentlichen Sinn des Wortes “Paneurhythmie” hat Peter Dunov durch den folgenden Satz erklärt: „Die Paneurhythmie ist ein bewusster Austausch mit den Kräften der lebendigen Natur.“ Die Natur war für ihn der Ausdruck aller geistigen Hierarchien.
Über den Meister
“Der größte Philosoph, der auf Erden lebt, ist Peter Dânov.” - Papst Johannes XXIII
“Ich bin ein Weise, der Meister ist in Bulgarien.” - Onissaboro Degutzi, Leiter der Oomoto-Bewegung in Japan
“Der Weltmeister ist in Bulgarien.” - J. Krischnamurti, Ооmen, Holland, internationaler Kongress der Theosophischen Gesellschaft
“Die ganze Welt verbeugt sich vor mir, ich aber verbeuge mich vor dem Meister Peter Dânov aus Bulgarien.” - Albert Einstein